Schon an der Talstation liegt Vorfreude in der Luft. Die Kinder können es kaum erwarten, endlich in die Gondel zu steigen. Die etwa 20-minütige Fahrt bis zur Bergstation auf 1.800 Metern geht über Wiesen und Wälder, tief unten verschwindet das Tal, während sich ringsum der Watzmann und die Berge der Berchtesgadener Alpen erheben. Da wird schon die Seilbahnfahrt zu einem echten Erlebnis.


Oben an der Jenner-Bergstation angekommen, atmen wir erst einmal tief durch. Die frische, deutlich kühlere Luft als im Tal tut in dieser Hitzeperiode wirklich gut. Bevor es losgeht verschaffen wir uns zunächst einen Überblick an der großen Wanderkarte. Es gibt so viele Möglichkeiten, einen Tag hier am Berg zu verbringen. Wir haben uns heute die leichte Tour zum Stahlhaus vorgenommen. Der Weg ist gut ausgeschildert, sehr aussichtsreich und die Kinder sind begeistert, eine echte Berghütte zum Ziel zu haben. Nach dem kurzen, steilen Abstieg verläuft der Weg größtenteils flach. Perfekt für uns als Familie, aber auch für Genusswanderer und alle, die die Bergwelt ohne große Anstrengung erleben möchten.
Schon nach wenigen Schritten fällt auf, wie vielfältig die Natur hier oben ist. Trotz Hitze und fortgeschrittenem Sommer blühen noch Alpenblumen in den Wiesen und zwischen den Latschen. Wir entdecken den giftigen Blauen Eisenhut, den Purpur-Enzian und das zarte weiße Sumpfherzblatt. Das Panorama dazu ist einfach spektakulär: schroffe Gipfel, grüne Almwiesen und der Blick weit hinein in den Nationalpark Berchtesgaden.


Unser Ziel ist das ganzjährig geöffnete Carl-von-Stahlhaus, das genau an der deutsch-österreichischen Grenze liegt und zur Sektion Salzburg des österreichischen Alpenvereins gehört. Auf der Sonnenterrasse auf 1.733 Metern schmeckt das Essen gleich doppelt so gut.
Wir genießen den saftigen Kaiserschmarren und die würzigen Kaspressknödel. Genau das Richtige nach einer entspannten Wanderung. Während wir Erwachsenen die Aussicht genießen, finden die Kinder schnell wieder neue Abenteuer rund um die Hütte. Neben Wanderern kommen auch immer wieder Mountainbiker vorbei: Die schwere Tour rund um den Hohen Göll führt vorbei am Stahlhaus hinab ins österreichische Bluntautal.


Nach der Einkehr gehen wir über die gleiche Route zurück. Im Gras blitzen uns schon zahlreiche Silberdisteln entgegen. Ein untrügliches Zeichen, dass der Hochsommer vorbei ist! Die Kinder haben noch viel Spaß auf kleinen Kletterfelsen am Weg und schaffen das letzte Steilstück zur Bergstation ganz spielerisch.
Da wir auch noch etwas Zeit am Spielplatz versprochen haben, steigen wir an der Mittelstation aus. Rutsche, Klettergerüst und Bagger werden fleißig genutzt, bevor es zurück ins Tal geht. Ein schöner Abschluss für einen rundum gelungenen Wandertag.


Unser Fazit: Die Wanderung vom Jenner zum Stahlhaus verbindet eine aussichtsreiche Seilbahnfahrt, eine einfache, familienfreundliche Wanderung, beeindruckende Natur und eine gemütliche Einkehr. Insgesamt ist die Tour leicht zu bewältigen und eignet sich für nahezu jedermann. Wir haben mit den Kindern (4 und 6 Jahre alt) ca. 45 Minuten pro Strecke gebraucht. Das kurze Steilstück direkt zu Beginn verlangt etwas Aufmerksamkeit, Wanderstöcke sind hilfreich.





